"Fazit zur Hansegeschichte" Wissensweitergabe.org - SCHINDLER mediasolutions

Die Gründung und auch der langjährige Bestand der Hanse erklären sich aus dem starken Bedarf nach einem Handelssystem.
Im 12. und 13. Jh. bilden sich erste Fernhändlergruppen ('hansen'). 1159 erfolgt die Gründung Lübecks als Tor Westeuropas zum Osten. Seit der Mitte 13. Jh. haben die Hansen (nahezu) das Handelsmonopol in beiden Meeren in den Händen. Sie beherrschen die 'Handelsachse' Novgorod - Reval - Lübeck - Hamburg - Brügge - London.

Den Kristallisationskern der Städtehanse bilden die Städtebünde, besonders der wendische Städtebund. Sie waren aus politischen Gründen entstanden und bildeten zunehmend den Rückhalt der Hanse.

Doch die Zunahme der Konkurrenz und Kämpfe um Privilegien beginnen die Hanse zunehmend zu schwächen. Zwar kommt es Mitte des 14. Jh. zu einer engeren Zusammenarbeit der Städte durch den Hansetag (1356) - ab diesem Zeitpunkt kann man von der Städtehanse sprechen - doch stellt diese Zeit den Wendepunkt der Hansegeschichte - ihren Höhepunkt - dar.

Trotz Ausweitung des Handelsvolumens verliert die Hanse in der Folgezeit an Einfluß: Im 15. Jh. ging der hansische Einfluß langsam zurück (1478 Schließung des Kontors in Novgorod, Schließung des Stalhofs in London 1598). Diese 

Form der Bündnisse und des Handels konnte auf Dauer nicht mit der Wirtschaftspolitik der frühneuzeitlichen Staaten konkurrieren:- Einerseits nahmen die einzelnen Länder (ausländische Herrscher und deutsche Landesfürsten) den Handel selbst in die Hand und behinderten den hanseatischen Handel, - andererseits erwiesen sich die kombinierten Waren- und Geldgeschäfte der großen Handelshäuser (Fugger, Welser) als bei weitem einträglicher und flexibler als der hauptsächlich auf Waren beschränkte Hansehandel. Auch eine Neubelebung kann ihren Niedergang nicht aufhalten.

Zuletzt geändert am 04.11.2007