"Handelspartner der deutschen Hanse |(um 1400)" Wissensweitergabe.org - SCHINDLER mediasolutions

Länder, mit denen die Hansekaufleute handelten. Genannt werden die wichtigsten Handelsstädte und Handelsgüter sowie Bedeutung für die Hanse.

 

  • Massenprodukte:
    - Getreide (Mecklenburg, mittelelbische Gebiete)
    - Lüneburger Salz
    - Bier
  • weitere:
    - Bernsteinprodukte (Ostseestädte)
    - Metallwaren (Köln, Braunschweig)
    - Leinwanderzeugnisse (Westfalen)

TIPP Auf der Seite http://www.hansischergeschichtsverein.de/pfz.html kann ein Nachweisverzeichnis zu Hansischen Pfundzollisten im Ostseeraum bis 1500 eingesehen werden.

 

Dänemark

wichtige Handelsstädte: SW-Küste Schonens: Skanör, Falsterbo
wichtige Handelsgüter: Hering, Butter, Vieh

Für Lübeck ist Dänemark wichtig als Durchfahrtsgebiet (Sund).
Auf den Schonischen Messen (saisonal stattfindende Märkte) verkehrten u.a. die 'umlandsfarer', meist fremde Händler aus dem Nordseegebiet, die Jütland umfuhren und von den deutschen Kaufleuten als Konkurrenz bekämpft wurden (besonders Lübeck und wendische Seestädte) .
Zu Beginn des 14. Jh. kam es zu Auseinandersetzungen mit dem dänischen König Erich IV.
1360-61 werden Schonen und Gotland von Waldemar IV. Atterdag erobert. Dies wird als Bedrohung der Handelsverbindungen gesehen. Die Reaktion der Hanse ist nicht einhellig, da die wendischen Städte mehr an den Schonischen Märkten, die preußischen mehr an der freien Sunddurchfahrt interessiert waren und die westfälischen sich nur indirekt betroffen fühlten. Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterSiehe Stralsunder Friede 1370

England

wichtige Handelsstädte: London
wichtige Handelsgüter: Wolle, Zinn, Häute (aus Schottland)

1157 Privilegien Henrys II. von England für die Kölner Kaufleute in London - Kölner erhalten Handelsfreiheit

1237 Schutz und Abgabenfreiheit für die 'mercatoes de Guthlandia' (Gotlandfahrer), da England Wachs benötigte

1266/67 Einrichtung eigener Hansen für Lübeck und Hamburg, nachdem die Kölner Hanse (Kölner 'Gildehalle') keine Beteiligung an den ihnen gewehrten Rechten einräumen wollte - Konkurrenz Lübeck - Hamburg - Köln

1281 Zusammenschluß der Lübecker, Hamburger und Kölner Hanse in London zur 'hansa Alemanie' - nur noch eine Hanse in England

Hansekontor in London: Zentrum des Kontors ist das Gelände des 'Stalhofs' neben der Kölner 'Gildehalle'

ab Ende 13. Jh. Tätigung von Kreditgeschäften (nach ital. Vorbild)

seit 2. Hälfte 14. Jh. Zunahme der Deutschen in England: Edward II. verleiht die 'carta mercatoria'
- allen ausländ. Kaufleuten werden Dienste erlassen
- Niederlassungsrecht
- rechtliche Garantieren gegenüber königlichen Amtsleuten

Trotz Widerstands der einheimischen Kaufleute und einer wechselhaften Privilegienpolitik der Könige festigte sich die Position der Hanse in England, wo Dortmunder Kaufleute König Edward III. seit 1338 mehrfach Kredite gewährt hatten (brauchte dieser aufgrund des Hundertjährigen Krieges).

1377 / 1378 Richard II. fordert Liste der Hansestädte; Erhöhung der Abgaben > Kriegsgefahr

Flandern

wichtige Handelsstädte: Brügge
wichtige Handelsgüter: Tuch

Siehe ausführlich: Hansehandel in Brügge

Der aktive Eigenhandel ermöglicht den Ostseekaufleuten erst 1252, eine priveligierte Stellung einzunehmen.

Hansekontor in Brügge (Haus der Osterlinge): Brügge ist für die 'Osterlinge' (Ostseekaufleute) interessanter, als für die aus den w. Städten, die auch in Antwerpen verkehrten

Nach Zurückdrängung des flämischen Eigenhandels und Verlegung des Kontors von Brügge nach Aardenburg (1307/09), wurden in Brügge und ganz Flandern weitgehende Rechte durchgesetzt

1358-1360 und 1388-1392 Handelssperre gegen Flandern

Gotland

wichtige Handelsstädte: Visby

Visby war der Mittelpunkt eines sehr lebhaften Handels, ein Stützpunkt für Weiterfahrt und Nachschub nach Rußland und Schweden.http://netzwerk.wisis.de/lexikon/32.htm

Norwegen

wichtige Handelsstädte: Bergen
wichtige Handelsgüter : Stockfisch, Holz
Import von: Getreide (Lübeck, sächsische Ostseestädte; fast mit Monopolstellung)

Hansekontor in Bergen ( 'Deutsche Brücke' )
Im 13. Jh. verstärkte Handelsbeziehungen mit Lübeck und sächsischen Ostseestädten, die bei der Getreideeinfuhr eine fast monopolartige Stellung inne hatten.
1343  wesentliche Festlegung der Organisation (nach Bestätigung alter Privilegien). Wenig später wird das Kontor den Städten, d.h. tatsächlich Lübeck, untergeordnet.

Polen

wichtige Handelsstädte: Krakau, Lemberg
wichtige Handelsgüter: Kupfer, Holz

Die Gründung der polnischen Kirche war das einzige, das von den Ottonen her Bestand hatte. Durch die Gründung des Erzbistums Gnesen verlor sich aber der deutsche Einfluß.
Im 11. Jh. und zu Beginn des 12. Jh. ergaben sich Konflikte zwischen Polen und dem Reich, da die polnischen Fürsten, die teils Vasallen und dem Reich tributpflichtig waren, teils unabhängig waren, den Königstitel erstrebten und ihren Einfluß ausdehnen wollten.

Russland

wichtige Handelsstädte: Nowgorod, Smolensk, Polock, Vitebsk
wichtige Handelsgüter: Pelze, Wachs, Ostwaren

Nach Russland fuhren zwei Gruppen - Sommer- und Winterfahrer - zudem kam später die Unterscheidung zwischen Land- und Wasserfahrern hinzu.

Nowgorod:
Deutsche Kaufleute kommen zunächst im gotländischen 'St. Olavshof' unter. Dort erwerben sie eine eigene Niederlassung: den 'St. Peterhof' (1205-1207 mit Privilegien ausgestattet).
1388-1392 kommt es zu einer erfolgreichen Blockade. Die Lage in Rußland verschlechtert sich.http://netzwerk.wisis.de/links/48.htm

Schweden

wichtige Handelsstädte: Stockholm, Skanör
wichtige Handelsgüter : Eisen, Kupfer (Bergbau), Hering, Vieh

Im 13. Jh. werden Zollfreiheit und Rechtsschutz für Lübeck und später Hamburg gewährt. Zur gleichen Zeit entstehen Regelungen für deutsche Einwanderer, die dann das Städtewesen mit aufbauen und an der Ratsverfassung beteiligt waren.

Es kommt zur Assimilation der deutschen Kaufleute (wenige Privilegien für sie).

 

Zuletzt geändert am 04.11.2007