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Erläutert werden die wichtigsten Begriffe zu Geschichte und Organisation, zu Daten und Orten.

(zur Hansezeit:) Sitz eines Hansekontor - Tyskebrygge, deutsche Brücke (Marienkirche)
Zusammengesetzt aus über zwanzig nebeneinanderliegenden Höfen am Wasser
Das am wenigsten gemeinhansische Kontor: trotz westfälischer und wendischer Kaufleute dominieren die Lübecker stark (Vorherrschaft bis 16. Jh.). Nur ein Lübecker konnte zum Oldermann gewählt werden; Priesterernennung der Marienkirche durch Lübeck.
Deutsche Kaufleute und Handwerker (in der Überzahl ohne Handelsrechte) machten ca. ein Viertel der Stadtbevölkerung aus.
1343 wesentliche Festlegung der Organisation (nach Bestätigung alter Privilegien); wenig später wird das Kontor den Städten, d.h. tatsächlich Lübeck, untergeordnet

Sitz eines Hansekontors (bedeutenstes) - verfügt über keinen abgeschlossenen Bezirk wie die anderen Kontore
Einteilung in drei Drittel, Wahl von sechs Oldermännern, je zwei aus einem Drittel
Große Bedeutung:
großer Geschäftsumfang
große Zahl von Kaufleuten aus allen Hansebereichen (1457 - 600 Versammlungsteilnehmer)
diplomat. bedeut. Rolle der Oldermänner: Verhandlungen mit Graf von Flandern und Herzog von Burgund, zudem span. u. franz. Herrscher
großer 'kultureller' Einfluß auf: Handels- u. Finanztechnik, Vordringen von Kultur des Westens in den Norden (Kunst u. Literatur)
1252 erste Privilegienverleihung
1280-1282 Verlegung des Kontors nach Aardenburg; nach Rückkehr zahlreiche Privilegien
1307-1309 erneute Verlegung des Kontors nach Aardenburg
aber: Entzug der Privilegien in Aardenburg - Hanse muß 1309 nach Brügge zurückkehren
1347 erstes Statut des Kontors (Dritteleinteilung, Wahl von 6 Älterleuten, Bußbestimmungen, u.a.)
1486 drei statt sechs Oldermänner, neun statt achtzehn Beisitzer
Ergebnis des Niedergangs des Kontors (nachdem der größere Teil der Hansen nach Antwerpen umgezogen war)

Sitz eines Hansekontors - Stalhof (steelyard), von 'stal' (Verkaufsort)
entsteht aus Haus der Kölner Englandfahrer (Gildhall) und, später erworbenem, angrenzendem Gelände
Kaufleute stammen überwiegend aus Köln (ab Mitte 12. Jh.), Westfalen (13. Jh.) und später kommen die 'Osterlinge'.
In Drittel eingeteilt, jedoch unterschiedlich zu Brügge (siehe auch Drittel), da es neben dem deutschen Oldermann, noch einen weiteren, den englischen Oldermann, gab. Dieser, der häufig Engländer von deutscher Abstammung war, wurde von den Kaufleuten vorgeschlagen und vom englischen König eingesetzt. Er hatte Autorität über alle Niederlassungen der Hanse in England (Richter, Diplomat).
Eine weitere Besonderheit ist die Pflicht für die Hanse, ein Stadttor (Bischofstor) bewachen und unterhalten zu müssen (seit Ende 13. Jh.).
1237 Schutz und Abgabenfreiheit für die 'mercatoes de Guthlandia' (Gotlandfahrer)
(Siehe gotländische Genossenschaft)
1266/1267 Einrichtung eigener Hansen für Lübeck und Hamburg, nachdem die Kölner Hanse (Kölner 'Gildehalle') keine Beteiligung an den ihnen gewehrten Rechten einräumen wollte
1280 Zusammenschluß der Lübecker, Hamburger und Kölner Hanse in London zur 'hansa Alemanie'

Sitz eines Hansekontor - curia sancti Petri, Peterhof
Ziel der Gotlandfahrer, die dann auch deutschen Kaufleuten Unterkunft in Nowgorod gewährten, bis diese eigene Privilegien erhielten (1190).
Die hier verkehrenden Kaufleute unterstanden einem gewählten Aldermann gewählt durch den 'Steven', die Gesamtversammlung der Kaufleute. Die Hofordnung wurde durch die 'Skra' (Schra) geregelt. (Wegen der Abgeschiedenheit?) hat der Oldermann besonders ausgedehnte Vollmachten, u.a. die Verwaltung der Kasse.
Nach Unterordnung des Kontors unter die Oberhoheit der Städte, wollen diese seine Unabhängigkeit einschränken: der 'Steven' verliert das Recht auf die Wahl des Oldermanns zugunsten Visbys und Lübecks, die ihn abwechselnd ernennen; später übernehmen dies Dorpat und die livländischen Städte (s. u.).
Im 15. Jh. wird der Hofknecht das eigentliche Oberhaupt. Er bleibt zumeist in Nowgorod, spricht russisch und steht in regelmäßiger Verbindung mit den örtlichen Behörden (hohes Ansehen).
Die Bedeutung Nowgorods (manchmal mehr als 200 Kaufleute u. Gesellen) führt zu Konkurrenz um den Einfluß - Rivalität zwischen den Hansestädten. Bis 1293 übt Visby größten Einfluß aus; wird dann ein Jahrhundert lang von Lübeck abgelöst; dann gewinnen die livländischen Städte (bes. Reval u. Dorpat) die Oberhand.
1190 Vertrag zwischen Fürst Jaroslav von Nowgorod und Gotlandfahrerern sowie deutschen Kaufleuten (Privilegien)
um 1200 Errichtung eines deutschen Hofes in Nowgorod, aus dem sich das Nowgoroder Kontor entwickelt (Petershof); zuvor Errichtung eigener Kirche (Peterskirche)
1361 Unterstellung des Nowgoroder Kontors unter den Hansetag
1367 Festsetzung deutscher Kaufleute
1388-1392 erfolgreiche Blockade
1494 Schließung des Kontors in Nowgorod



